Ein grandioser Auftakt - Stormheart

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»Von der jungen Königstochter Aurora wird erwartet, dass sie ihre besonderen Fähigkeiten nutzt, um ihr Volk vor den zerstörerischen Stürmen zu schützen. Was keiner weiß: Noch hat Aurora diese Fähigkeiten nicht. Um ihr Geheimnis zu wahren, scheint eine arrangierte Heirat der einzige Ausweg. Doch bevor es dazu kommt, flieht sie aus dem Palast und schließt sich einer Gruppe von Sturmjägern an. Während sie eine ganz besondere Verbindung zu Stürmen findet, läuft sie Gefahr, ihr Herz zu verlieren.«

»Diese Bestien des Himmels vereinten Natur und das Übernatürliche gleichermaßen. Jahrhundertelang hatten Gelehrte versucht, sie zu verstehen, zu ergründen, woher sie kamen und was sie bezwecken.«


Wenn man Cora Carmack kennt, dann weiß man, dass die dreißigjährige Autorin sich im Liebesroman-Genre schon einen Namen aufgebaut hat. Fragt man sie aber persönlich, so weiß man, dass sie sich schon viel lieber früher an Fantasy rangewagt hätte.
Hat man einige ihrer Bücher gelesen und lässt sich anschließend auf Stormheart ein - das Genretechnisch eher von ihren anderen Büchern abweicht - so merkt man schnell, dass die Autorin auch in diesem Terrain sicher umgehen kann. Es wirkt fast so, als würde Cora im Fantasy aufgehen. Als Leser merkt man förmlich, wie besonders dieses Buch für Cora Carmack ist und wie viel Arbeit es gekostet haben mag. Durch ihre Internetpräsenz wird das deutlich unterstrichen.
Und das ist der springende Punkt, der dieses Buch so besonders macht.
Die Entwicklung der eigentlich introvertierten Protagonistin begleitet den Leser bis auf die letzte Seite. Auf den ersten Seiten wirkt die Prinzessin und Thronerbin von Pavan wie ein Küken, das zu jeder Zeit geschützt werden muss. Im Verlauf des Buches merkt man schnell, dass sich hinter dieser Maskerade eine starke junge Frau befindet, die ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen möchte.

»Aber der einzige Weg, sich einem Unwetter wirklich zu nähern, bestand darin, sein Innerstes nach außen zu kehren, seine Magie aus ihm herauszupressen, es so lange auszusaugen, bis nichts weiter übrig war als Verzweiflung und Verlangen und Angst.«

Als Leser gehöre ich zu der Gruppe, die die "Ich"-Perspektive bevorzugen. Zugegebenermaßen hatte ich mich auch hier darauf eingestellte - insbesondere, wenn man einige ihrer anderen Bücher gelesen hat, versteht man diesen Punkt. Allerdings weicht Stormheart auch hier ab. Das Buch ist gekonnt in der 3. Form geschrieben und hält demnach den Leser nicht davon ab dieses Buch zu inhalieren. Dabei wechselt die Autorin zwischen mehreren Perspektiven der wichtigsten Charaktere und gibt dem Leser auf diese Weise einen weiten Einblick in die Köpfe der Protagonisten, ohne wirklich zu viel zu verraten.
Insbesondere die Sturmszenen fallen hier besonders positiv auf. Spätestens hier merkt man, dass die Autorin ein großes Stück Herzblut in das Buch hat fließen lassen. Sie überzeugt mit düsteren Stürmen oder gefühlvollem Regen (Ja, wirklich!). Die Autorin hat es tatsächlich geschafft eine Bindung zu Stürmen herzustellen und mit der Idee der Sturmherzen etwas neues zu erschaffen.

»Dein Herz muss das stärkere sein. Du darfst weder Zweifel haben noch Angst. Dein Überlebenswille muss stärker sein als der des Sturms. Wenn du nach dem Herz eines Sturms greifst, greift er im Gegenzug nach deinem. Er sucht nach jeder Schwachstelle, nach jeder noch so kleinen Unsicherheit.«


Wieso gebe ich dem Buch dann "nur" 4 Sterne und keine vollen 5?
Ganz einfach: Der erste Band der Trilogie wirkt wirklich nur wie ein Auftakt. Man wird kaum auf die Antagonisten herangetastet. Die eigentliche Gefahr, die unsere Protagonisten in den Folgebändern erwartet, wird nur schwammig dargestellt und beschrieben. Es bleibt alles ein großes Geheimnis mit einem noch größeren Fragezeichen. Und obwohl das Buch mit knapp 470 Seiten genug Lesestoff bietet, kamen einige wichtige Charaktere viel zu kurz. Hier lässt sich also fragen, ob das von der Autorin so beabsichtigt war.
Zudem hatte man als Leser stellenweise das Gefühl, dass die Liebe die primäre Rolle spielen würde und nicht der Fantasyaspekt, auf dem das gesamte Buch aufbaut. Aber hier auch hier ist zu sagen, dass die Autorin dieses Gebiet wirklich beherrscht und die Liebesgeschichte das Buch auf einer Ebene vielleicht sogar noch schmackhafter macht.
Trotz der genannten Punkte bleibt dieses Buch also auf sehr vielen Ebenen ein gelungenes Stück, das ich mit (sehr(!)) gutem gewissen immer weiterempfehlen werde.




Titel: Stormheart - Die Rebellin (Band 1)
Autor: Cora Cormack
Seitenzahl: 464 Seiten
Erscheinungsdatum: 22. Mai 2017
Verlag: Oettinger


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»Du bist genau da, wo du hingehörst. Und ich bin hier bei dir. Wenn du Fragen hast, stelle sie. Wenn du Ängste hast, wirf sie ab. Wenn du Zweifel hast, überlasse sie mir, und ich werde sie unter meinem Absatz zerquetschen.«


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