Bücher und die Jugend

/
0 Comments
Das Lesen bereitet vielen jungen Menschen eine große Freude, trotz dessen bemerkt man in unserer Gesellschaft ein gewisses zurückgehen der Interesse. Lange habe ich mich gefragt, woran das liegt. Ein bedeutender Grund ist die Rolle der Technik in unserer Gesellschaft. Andere Gründe sind beispielsweise Kultur und Schule.
In meinem Beispiel musste ich selbstständig zum Buch bzw. zum Lesen finden. Und das geschah ziemlich spät. Den ersten Roman beendete ich mit 12, während viele der Jugendlichen bereits die gesamte Harry-Potter-Reihe gelesen hatten. Die nächsten folgten darauf. Ich fand zu Kai Meyer, Stephenie Meyer, bis hin zu P.C Cast.

Es braucht jemanden, der Lesen unterstützt

Immer weniger Schulen besuchen gemeinsam mit Schulklassen Büchereien. Die kleineren finde auf diese Weise einen schwierigeren Zugang in die Literatur. Und anschließend heißt es in der Mittel- und Oberstufe Goethe, Lessing oder präziser ausgedrückt: Die wundervollen Reclam-Heftchen. Bücher werden nur noch aus Prüfungsgründen gelesen und anschließend genauso schnell wieder vergessen. Die Literatur wird öde. Viele junge Menschen verpassen diesen gewissen Anschluss und in den meisten Fällen tritt er in Zukunft nicht mehr ein.
Erst kürzlich wurde in einer Unterrichtseinheit das Thema aufgegriffen, in dem der Lehrer sagte, dass man als Schüler täglich mindestens zehn Seiten lesen solle. Aufstöhnen und ein gelangweiltes Seufzen brach in der Klasse auf. Diese zehn Seiten wurden plötzlich als zu viel anstrengend empfunden. "Alleine dafür brauche ich schon eine Stunde!", hieß es in einer der Gruppen. 
Dabei geht es nicht um den Zwang. Schüler zu etwas zu verpflichten sorgt meistens zum gegenteiligen Ziel. Aufgezwungene Aufgaben nehmen dem Schüler oft das Interesse und die Laune, was gut und gerne für einen monotonen Unterricht sorgt.


Fördern statt Fordern!

Würde sich also etwas ändern, wenn den Schülern mehr Freiraum geboten würde? Selbstständiges arbeiten sorgt in den meisten Fällen für mehr Verantwortung. In der Schule mangelt es an Individualität, die gefördert werden muss! Mehr Freiraum sorgt gerne auch für mehr Kreativität, die im Schulalltag eine viel zu kleine Rolle spielt (Mal abgesehen vom Kunstunterricht, in dem man am Ende des Projektes ohnehin ellenlange Texte verfassen muss).
Viele Jugendliche bekommen erst durch die Schule gezeigt, was Lesen oder Kreativität überhaupt heißt und durch ein falsches Verständnis oder durch eingeschränkte Sichtweisen kommt es eben zu jener Rückentwicklung.
In vielen Fällen wird ein Buch, ein Thema oder eine Textsorte zerdrückt und zerkaut, bis das Interesse erlischt. Fragt man einen Schüler nach Lektüren, lautet es sofort GoetheSchiller, oder eben Kafka. Wo bleibt die unterhaltende Lektüre für die Freizeit? Die Schullektüre ist mit Druck, Prüfungsstress und Erwartungen verbunden, die zu einem Zwang führen. Oft muss das Interesse wieder geweckt werden und dabei ist gut und gerne einige Zeit nötig. Oder man findet per Glücksgriff ein Buch, das auf Anhieb fesselt.


Es braucht das richtige Buch, um zum Lesen zu finden

"Das richtige Buch kann dein Leben verändern - oder einfach nur schöner machen." Das schreibt Thalia auf ihre Lesezeichen, Broschüren und Co. Und tatsächlich verbirgt sich ein großes Stück Wahrheit dahinter. Ein Buch, dass die Leser zum nachdenken bringt ist oft der Grund für das ständige Suchen nach weiteren Stücken, die berühren sollen. Und dieses eine richtige Buch muss der Leser selbst finden. Das Aufzwingen von Büchern an jemanden, der im Normalfall nicht oder selten liest sorgt oft dafür, dass eine Person abgeschreckt oder vielleicht sogar genervt ist.


Was haltet ihr von der Thematik?
Ich bin gespannt auf eine konstruktive Diskussion




An dieser Stelle danke ich den Zeilenspringern, die mich mit ihren wundervollen Beiträgen und Erfahrungen beim schreiben unterstützt haben.


Keine Kommentare:

Gizem Medeni. Powered by Blogger.

Drachenmond Verlag

Papierverzierer Verlag